Foto Rheinhessen

Weine aus Rheinhessen

Rheinhessen ist mit 26.281 Hektar Rebfläche das derzeit größte Weinanbaugebiet in Deutschland. Durch seine milde klimatische Lage geschützt im Luv und Lee von Hunsrück, Taunus, Odenwald und Donnersberg gehört Rheinhessen zu den wärmsten und trockensten Gebieten Deutschlands, was den Weinanbau besonders begünstigt.

Mainz-Hechtsheim

Vor allem am Rhein, aber auch am Rande der Kernstadt bis ins tiefe Rheinhessen finden sich Rebpflanzungen. Die Weinbau treibenden Stadtteile liegen im Süden der Stadt, es sind Ebersheim, Hechtsheim und Laubenheim. Der Weinbau hat in Mainz Tradition, seit die Römer vor über 2000 Jahren in Mogontiacum die ersten Reben zur Versorgung ihrer Truppen setzten. Bis weit ins 19. Jahrhundert gehörten Weinbau, Weinhandel und die Produkte der Sektkellereien zu den Haupteinnahmequellen. Ein Plan aus dem 16. Jahrhundert zeigt die Weinberge innerhalb der Stadtmauern: Jakobsberg, Michelsberg, Fürstenbergerhof und Kästrich. Die letzten Weinbergslagen im Kernstadtbereich wurden jedoch in den 1970er Jahren aufgegeben und in Bauland umgewandelt.

Rebsorten

Der Mainzer Rebsortenspiegel folgt der rheinhessischen Tradition und somit dominieren in Mainz die Weißweine. In den letzten Jahrzehnten hat der Riesling wieder an Boden gewonnen. Unter den weißen Rebsorten ist der Silvaner zusammen mit dem Müller-Thurgau traditionell führend. Daneben werden noch Kerner, Scheurebe, Weißburgunder und Huxelrebe kultiviert. Neuerdings gewinnt auch der Chardonnay als Modesorte an Raum. Faberrebe, Juwel und Morio-Muskat werden nicht mehr nachgepflanzt. Bei den roten Rebsorten entfallen allein auf den Dornfelder 17 ha, weitere 17 ha beanspruchte der Blauer Portugieser. Wachsende Bedeutung gewinnt inzwischen der Spätburgunder. Daneben sind noch Regent, Dunkelfelder und Schwarzriesling zu nennen. Aufgrund der urban geprägten Laufkundschaft gewinnen inzwischen auch vermehrt Rotweine aus internationalen Rebsorten an Bedeutung. So werden in jüngster Zeit Merlot, Acolon und Cabernet Sauvignon gepflanzt - eine Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach körperreichen Rotweinen. Das typischerweise trockene und sonnige Herbstwetter und der schleichende Klimawandel lassen auch diese aus weit südlicher gelegenen Weinbaugebieten stammenden Rebsorten noch ausreifen. Ihr langfristiges Qualitätspotenzial ist derzeit allerdings schwer zu beurteilen, da diese Rebanlagen noch sehr jung sind.